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Erzählungen


M. C. Poets
Veras Welt
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Um das in meinen Augen einzig Kritikwürdige in diesem Roman gleich vorwegzunehmen, was man aber auch in so gut wie allen deutschsprachigen Kindle-Büchern findet: Es braucht dringend ein gründliches Lektorat, da es einige Flüchtigkeitsfehler enthält. Man übersieht ja leider aus Betriebsblindheit trotz größter Mühe in eigenen Texten immer wieder solche Mängel.

Ich habe diese spannende Geschichte gerade eben zuendegelesen und bin begeistert. Gut die erste Hälfte besteht aus einer Art Psychogramm einer Frau namens Vera Lettner, die den Lesern höchst unsympathisch entgegenkommt. Die kaufmännische Angestellte in einer kleinen Spedition in einer norddeutschen Kleinstadt ist Ende vierzig, pedantisch, verkniffen, humorlos, unfreundlich, eigenbrötlerisch, buchstäblich schmallippig, verbissen, altmodisch gekleidet und bei allen Kollegen und ihrem neuen Chef unbeliebt … Ihr einziges „Hobby“ ist das extreme Ausleben ihres Putzfimmels in ihrer Wohnung. Das kann sie aber erst richtig tun, nachdem sie gekündigt worden ist.

Und dann wird aus dieser Erzählung auf einmal ein Kriminalroman. Und da erfährt man Dinge aus Veras Vergangenheit, die ihr Wesen und ihre Verhaltensweisen verständlicher und sie selbst fast sympathisch machen. Sie gerät in einen Strudel von Kungeleien, Mauschelein, Intrigen und Gerüchten, die ihr immer mehr den Boden unter den Füßen wegziehen. Sie wird unschuldig einer Brandstiftung bezichtigt, die sie aus Rache begangen haben soll. Und mehr und mehr muß der Leser feststellen, daß nicht Vera psychopathisch ist, sondern die scheinbar ehrenwerten Bürger der spießig-muffigen Kleinstadt, in der sie lebt.

Das Buch endet so ganz anders, als man es von modernen Romanen leider gewohnt ist. Auch deshalb kann ich es warm empfehlen.



Claudia Duhonj-Gabersek
Als ein Blumenkohl noch zehn Pfennig kostete
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Die Verfasserin erzählt humorvoll und unterhaltsam aus ihrer Kindheit und Jugend in den Sechzigerjahren. Allerdings ist das Buch enttäuschend kurz geraten, weshalb diese Renzension auch nicht länger zu sein braucht.


Kerstin Rachfahl
Hannas Wahrheit
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Man kann dieses Buch mit Fug und Recht einen Thriller nennen. Es geht um Verbrechen, um raffgierige Menschen, die buchstäblich über Leichen gehen, vor allem über afrikanische, um Verrat und Mißtrauen, um Gewalt und Angst, um Liebe und Haß. Mittendrin eine faszinierende junge Frau, die diese Machenschaften mehr und mehr aufdeckt und ihnen fast zum Opfer fällt. Die Autorin schreibt im Vorwort, daß sie anstrebt, vom Schreiben solcher Bücher zu leben. Das Zeug dazu hat sie, und ich wünsche ihr viel Erfolg. Diese Lektüre hat mich wirklich gefesselt. Allerdings habe ich beim Lesen immer wieder gedacht, daß dieses Buch dringend lektoriert werden müßte. Viele Kommas fehlen, die man dafür zumindest teilweise an falschen Stellen antrifft. Dazu kommen noch eine ganze Reihe höchst merkwürdiger Grammatikfehler. Umso erstaunter war ich, nach dem Lesen festzustellen, daß ein Lektorat angegeben ist. Die Kosten dafür sollte sich die Verfasserin unbedingt erstatten lassen.

Schade ist nur, daß man erst am Ende des Buches erfährt, daß dies nur der erste Teil ist; die Handlung hört mittendrin auf. Das müßte deutlich schon am Anfang oder im Titel des Buches stehen. Ich habe das als Mogelpackung empfunden. Die Antwort der Autorin auf diese Rezension zeigt aber, daß sie das nicht beabsichtigt hat. Das glaube ich ihr. Nun bin ich gespannt auf die Fortsetzung, die im nächsten Jahr erscheinen soll, und kann das Buch nun doch echt empfehlen.

Hier die Antwort von Frau Rachfahl auf meine ursprüngliche Rezension bei Amazon:


Hallo Cyberpastor,
ich möchte mich gerne bei Ihnen entschuldigen. Ich habe jetzt ein ganz schlechtes Gewissen. Es lag nicht in meiner Absicht Ihnen mit der Geschichte den Mund wässerig zu machen und sie dann mit eine zweiten Teil hängen zu lassen. In den Angaben des Buches für Amazon steht drin, dass es der erste Band ist, scheinbar erscheint das im Buch nicht. Ich werde das in der Beschreibung nun korrigieren. Ursprünglich sollten es drei Bände werden, doch die Geschichte wird mit dem zweiten Buch zu Ende sein. Eigentlich dachte ich auch, dass ich einen Punkt in der Geschichte erreicht hätte, der einen vorläufigen Abschluss darstellt. Mir war nicht bewusst, dass ich das Ende so offen gelassen habe, dass sie es als Mogelpackung empfinden.
Ich lese selbst unglaublich gerne und ich weiß noch genau, wie ich mich mal über einen Autoren geärgert habe, der eine Triologie schreiben wollte und dann am Ende des dritten Bandes erklärte, es würde einen Vierten geben. Das war wirklich nicht meine Absicht bei Hannas Wahrheit. Der zweite Teil wird eine Zeit brauchen. Das Erste viertel ist fertig, aber neben meiner begrenzten Zeit zum schreiben, muss auch mein Lektor Zeit für das Projekt haben. Sobald der zweite Teil raus ist, werde ich eine Lösung finden.
P.S. Den Ablauf mit dem Korrektorat werde ich verbessern :-)
Herzliche Grüße
Kerstin Rachfahl




Christina Jung
Fenster zur Ewigkeit
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Den letzten Kriminalroman habe ich wohl vor Jahrzehnten gelesen. An diesem hat mich natürlich das Thema "Ewigkeit" gereizt sowie die Tatsache, daß seine Protagonistin und Hauptperson eine Pfarrerin ist. Ob es ein guter Krimi ist, das kann ich mangels Sachkenntnis und Erfahrung mit diesem Genre nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, daß ich dieses Buch gerne gelesen habe. Beispielsweise, weil die "Heldin" eben keine ist. Sie wird als attraktiv geschildert, aber durchaus ohne Model-Figur. Da fallen dann Formulierungen wie, daß sie sich vielleicht abgewöhnen sollte, den Weg zu ihrem Kühlschrank mit dem Auto zurückzulegen.

Es liest sich durchaus spannend, und, wie es sich gehört, nimmt die Spannung immer mehr zu, und es kommt zu unerwarteten Wendungen und einem etwas überraschenden Ende. Ob das Buch empfehlenswert ist? Entscheiden Sie es doch bitte selbst!



Elke Bräunling
Hör mal, Oma!
Ich erzähle dir eine Geschichte vom Frühling
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Diese kurzen, heiteren Geschichten sind alle Variationen des einen Themas: das Wiedererwachen der Natur im Frühjahr. Sie sind gedacht zum Vorlesen für Kinder und ältere Menschen, auch solche, die an Demenz leiden. Durch kurze Sätze und eine auch sonst einfache Sprache können sie auch Zuhörer fesseln und erfreuen, deren kognitive Fähigkeiten eingeschränkt sind. Zugleich wecken sie Kindheitserinnerungen, was meist als wohltuend empfunden wird.

Aus christlicher Sicht ist es natürlich schade und enttäuschend, wenn beispielsweise von der Osterfreude die Rede ist, diese aber nichts mit der biblischen Botschaft von der Auferstehung Jesu zu tun hat, sondern erst selbst geschaffen werden muß, wenn auch auf schöne, vorbildliche Weise.

Insgesamt erfüllt dieses Büchlein aber seinen Zweck sehr gut und ist daher aus meiner Sicht durchaus empfehlenswert.


D.G. Torrens

Broken Wings
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In Großbritannien begegnen eine junge Frau und ein junger Mann einander, die beide aufgrund traumatischer Erfahrungen absolut kein Interesse an einer Liebesbeziehung haben. Und doch verlieben sie sich, wie man so schön sagt, unsterblich ineinander und geben deshalb alle Vorbehalte dagegen auf. Aber schon nach kurzer Zeit werden sie durch den Militärdienst des Mannes wieder auseinandergerissen. Und während seines zweiten Einsatzes, der, wie er ihr schwor, sein letzter sein sollte, bekommt seine Verlobte eine schreckliche Nachricht ... Mehr verrate ich nicht - sonst ist es nicht mehr wirklich spannend. Nur soviel: Es ist fesselnd zu lesen, und gegen Ende sollte man besser ein Taschentuch parat haben.

Wenn man als Christ, der nach den Maßstäben der Bibel zu leben versucht, einen Roman liest, der die Liebesbeziehung eines Paares schildert, das unverheiratet zusammenlebt, sollte man nie vergessen, daß Gottes Wort dieses Miteinander als Sünde betrachtet. Aber wir können nicht erwarten, daß Menschen, die keine Beziehung zu Gott haben, nach Seinen Geboten leben, die sie vielleicht noch nicht einmal kennen.


Doreen Pappritz
Rundweg im Herbst des Lebens
Geschichten über Patienten mit Demenz

Die Verfasserin ist (oder war) Altenpflegerin und hat viel erlebt mit demenzkranken Bewohnern. Einige von ihnen stellt sie ihren Lesern in diesem Buch vor, wobei die Namen frei erfunden und die Darstellung verfremdet ist. Sie schildert diese Menschen sehr warmherzig und mit viel Humor und Liebe, so daß man beim Lesen echte Sympathien entwickelt für ihre Protagonisten trotz oder gerade wegen ihrer krankheitsbedingten Schrullen. So geht es übrigens vielen Menschen, die beruflich mit Demenzkranken arbeiten. Die Degeneration der kognitiven Fähigkeiten, die man an ihnen beobachten muß, ist natürlich traurig und belastend. Aber man erlebt doch auch immer wieder Erheiterndes mit ihnen.

Zeitweise habe ich allerdings beim Lesen gedacht, daß die Verfasserin den Pflegealltag mit Demenzkranken zu sehr schönt. Aber am Ende des Buches schildert sie dann doch auch selbsterlebte Situationen, in denen man ihr höchsten Respekt zollen muß dafür, daß sie sie so gemeistert hat. Obwohl ich ja selbst auch beruflich in diesem Bereich tätig bin (aber nicht als Pfleger), wäre ich damit hoffnungslos überfordert gewesen und hätte mich wohl übergeben müssen.

Sie selbst ist aber anscheinend etwas überfordert gewesen bei der Suche nach einem passenden Titel für ihr Buch. Der Untertitel mag ja noch angehen, obwohl sie es ja nicht mit Patienten zu tun hatte bzw. hat wie in einem Krankenhaus, sondern mit Bewohnern eines Altenheims. Aber was dieses Buch mit einem Rundweg zu tun haben soll, erschließt sich mir nun wirklich nicht. Das ändert jedoch nichts daran, daß ich es warm empfehlen kann.


Sandra Thalberg
Deutschland, bleiche mutter
(kein) Jugendbuch
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Ziemlich oft lösche ich ein E-Book schon nach dem Lesen weniger Seiten von meinem Reader. Manchmal, weil ich es einfach langweilig finde. Oder aus anderen Gründen. Dann findet es in diesen Rezensionen keine Erwähnung. Bei diesem Buch mache ich einmal eine Ausnahme. Es ist vom Stoff und von seinem Stil her eigentlich sehr interessant: Es handelt von einer deutschen Touristin, die auf einer griechischen Insel auf Spuren eines Massakers stößt, das deutsche Soldaten dort im Zweiten Weltkrieg an tausenden italienischer Soldaten verübt haben. Diese Thematik interessiert mich sehr.

Was mich dann doch davon abgehalten hat, es weiterzulesen, war eine Äußerlichkeit. Daß auch dieses Buch nervend sparsam mit Kommas umgeht, damit hätte ich leben können. Aber es benutzt einfach keine Anführungszeichen, obwohl es jede Menge wörtlicher Rede enthält. Deshalb muß der Leser die Faulheit der Verfasserin mit umso größerer Aufmerksamkeit ausgleichen, um zu merken, was berichtet und was gesagt wird, und im letzteren Fall, wer das jeweils gesagt hat. Die Schreibweise eines Teils des Titels ("bleiche mutter") in Kleinbuchstaben hätte mich eigentlich vorwarnen müssen. Jedenfalls war mir das auf die Dauer einfach zu anstrengend. Schade. Und deshalb kann ich dieses Buch natürlich auch nicht empfehlen.



Gilda Laske
Bist Du mein Kind?

Roman
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Wenn dieses Buch nicht als Roman bezeichnet worden wäre, hätte ich es für einen Tatsachenbericht gehalten - so "authentisch" und nachvollziehbar schildert die Verfasserin die Gefühle ihrer Hauptperson. Es ist eine attraktive Frau im mittleren Alter, glücklich verheiratet und ebenso glückliche Mutter von drei gesunden Jungen. Während eines Urlaubs an der französischen Altlantikküste wird der mittlere Sohn, vier Jahre alt, entführt. Zu ihrem Horror erfahren die Eltern, daß der Kleine in die Hände einer Kinderschänderbande gefallen ist. Der Polizei gelingt es nicht, das Kind zu finden, zumal die Mutter auch noch unabsichtlich die Fahndung torpediert. Zu allem Überfluß verliebt sie sich auch noch in einen Franzosen, obwohl sie auch ihren Mann liebt. Schließlich müssen sie wieder nach Deutschland zurückkehren und sich daran gewöhnen, ihren Sohn verloren zu haben. Das belastet auch die Ehe sehr.


Aber das ist nicht das Ende der Geschichte. Mehr will ich jedoch nicht verraten. Nur, daß ich meinen E-Book-Reader kaum aus der Hand legen konnte, weil ich natürlich unbedingt wissen wollte, wie es weiter- bzw. ausgeht. Das bedeutet jedoch nicht, daß ich es uneingeschränkt empfehlen kann. Nachdem ich in letzter Zeit fast nur noch Bücher in englischer Sprache gelesen hatte, hat es mich wieder sehr genervt, daß kaum noch jemand selbst die simpelsten Regeln der deutschen Kommasetzung beherrscht und ich deshalb manche Sätze zweimal lesen mußte, um sie zu verstehen, weil z.B. vor einem "und", auf das ein vollständiger Satz folgte, nicht das erforderliche Komma stand. Unschön ist, daß oft ein überflüssiger Leeranschlag zwischen Wort und Satzzeichen (meist Anführungszeichen) steht. Gestört hat mich auch die leider in modernen Romanen fast gesetzmäßige Unsitte des vorschnellen Schlusses. Äußerst wichtige Fragen, die im Roman immer wieder gestellt weren, bleiben offen, und so wird der Leser alleingelassen mit der Frage: "Ja und? Wie ist es ausgegangen?"


Mit diesen Einschränkungen kann ich das Buch aber echt empfehlen.

 




Adrian R. Magnuson
Taking Flight
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Zwei Menschen sind im gleichen Flugzeug unterwegs von Seattle nach New York. Sie könnten kaum gegensätzlicher sein: Harry ist 75 und demenzkrank, Jeremy dagegen 14 und kerngesund. Ersterer fliegt in der ersten Klasse, Letzterer Economy. Und doch lernen sie sich an Bord kennen, wenn auch nur oberflächlich und ohne sonderlich viel Sympathie füreinander. Im John-F.-Kennedy-Flughafen laufen sie sich dann erneut über den Weg und bleiben zusammen, weil sie beide auf der Flucht sind: Harry läuft seiner Frau weg, die ihn aus seiner Heimat in Neuengland an die ihm so fremde Westküste verfrachtet hat. Und Jeremy hat keine Lust, wie von seinem Vater vorgesehen, den Sommer bei seiner manisch-depressiven Mutter zu verbringen. So fahren die beiden los und entdecken eine gemeinsame Leidenschaft: Vögel beobachten. Bald werden sie natürlich vermißt und gesucht.


Faszinierend finde ich nicht nur die Thematik und den Inhalt dieses Buches, sondern auch seine Form: Es ist geschrieben wie ineinander verflochtene Tagebücher der beteiligten Personen, so daß man ihre ganz persönlichen Sichtweisen und Erlebnisse teilen kann. Besonders einfühlsam wird geschildert, wie Harry seine abnehmenden kognitiven Fähigkeiten erlebt und empfindet. Ich habe beim Lesen eine große Sympathie für die beiden Hauptpersonen entwickelt, aber auch für Abby, Harrys Frau, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ihrem Mann möglichst lange eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Ich habe dieses Buch in kurzer Zeit verschlungen und kann es warm empfehlen.

 

 



Genelle Guzman-McMillan/William Croyle
Engel gibt's wirklich
Ich war 
27 Stunden verschüttet
Eine wahre Geschichte
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Der Titel dieses Buches läßt befürchten, daß die Protagonistin ihr - zweifellos höchst ungewöhnliches - Erlebnis reißerisch als Sensation beschreibt. Aber das ist glücklicherweise nicht der Fall. Sie erzählt ganz sachlich und stellt sich selbst ganz und gar nicht als Heldin dar.

Die gebürtige Trinidaderin arbeitete am 11. September 2001 in einem der beiden Twin Tower des World Trade Center in New York, als das Gebäude von einem Verkehrsflugzeug getroffen wurde. Erst ca. 75 Minuten später wurde ihr und ihren Kollegen in ihrem Büro der ganze Ernst der Lage klar, und sie begannen den langen Abstieg aus der 43. Etage - die Aufzüge funktionierten ja schon nicht mehr. Als die kleine Gruppe das 12. Stockwerk erreicht hatte und Hoffnung schöpfte, unverletzt den Ausgang zu erreichen, stürzte das Gebäude ein.

Genelle Guzman überlebte das, wurde aber verschüttet und eingeklemmt. In den endlosen Stunden, die sie so verbrachte, ohne daß ihre Hilfeschreie gehört wurden, dachte sie über ihr bisheriges Leben nach. Ihr wurde klar, daß sie eine schlimme Egoistin gewesen war und eine scheinheilige Pseudochristin dazu. Nun drückte nicht nur die Last der Gebäudetrümmer sie nieder, sondern auch das Bewußtsein ihrer Schuld und ihrer Verlorenheit. Sie wußte: Wenn sie nun bald sterben würde, dann würde sie in der Hölle landen, und das zu Recht. Sie bat Gott um Vergebung und versprach Ihm, wenn Er sie dort lebend herausbringen würde, ihr Leben in Ordnung zu bringen. Das tat sie nicht nur, weil man in Todesangst Gott alles Mögliche verspricht, um nicht sterben zu müssen, sondern weil es ihr ein echtes Anliegen war.


Sie wurde dann tatsächlich als letztes Opfer gefunden und ausgegraben, wobei sie ein ganz besonderes Erlebnis mit jemand hatte, der sich ihr als "Paul" vorstellte und später plötzlich verschwunden war (sie hat ihn nie gesehen und sonst auch niemand), der vermutlich ein Engel war. Sie hielt ihr Versprechen und brachte alles in ihrem Leben in Ordnung. Sie ließ sich taufen und schloß sich einer lebendigen Gemeinde an, und ihr Leben änderte sich tatsächlich radikal.


Befremdlich an ihren Schilderungen ist, daß sie viel von Gott redet, aber fast nie von Jesus. Hat sie wirklich begriffen, daß Gott ihr nur auf der Grundlage des stellvertretenden Opfertodes Christi vergeben konnte? Ich will es nicht bestreiten, zumal ich annehme, daß der Pastor im Taufunterricht ihr genau das erklärt hat.


Das Buch ist geprägt von echter Demut und tiefer Dankbarkeit für die Gnade Gottes im Leben der Verfasserin, die sie nicht nur in ihrer wunderbaren Rettung aus den Trümmern erkennt, sondern auch in dem, was Gott dadurch an ihr bewirkt hat. Deshalb kann ich dieses Büchlein empfehlen.

 



 

Sylvia Smuda
Souvenir Français
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Dieser letzte Band der Trilogie knüpft leider nicht an den zweiten an, so daß die Leser nicht erfahren, wie die Verfasserin als Jugendliche den immer wütender werdenden Attacken der Mutter entkommen ist. Statt dessen begegnen wir "Sybille" als reife Frau  wieder, glücklich verheiratet und Mutter zweier Söhne. Sie hat Stief-Zwillingsschwestern, die aus einer Affäre ihrer schon damals verheirateten Mutter mit einem französischen Kriegsgefangenen hervorgegangen sind. Weil die Mutter die beiden, die sie zur Adoption freigegeben hatte, anscheinend mehr liebte als "Sybille", hatte diese die beiden während ihrer Kindheit und Jugend gehaßt, zumal sie ihre Mutter wegen deren Untreue gegenüber ihrem geliebten Vater verachtete. Mittlerweile ist ihr Urteil jedoch sehr viel milder und verständnisvoller geworden. Sie nimmt mit der ihr sympathischeren der beiden Zwillinge engeren Kontakt auf, und es entsteht eine innige Freundschaft. Gemeinsam mit dem Ehemann der Verfasserin machen sich die beiden Frauen auf die Suche nach Monikas Vater in dessen Heimatort in Frankreich.


Dieses Buch zeigt, welche weitreichenden Folgen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart haben. Es ist aber auch ein bewegendes Zeugnis für enge freundschaftliche Beziehungen zwischen Angehörigen der einstigen "Erbfeinde". Bitte gegen Ende des Buches Taschentücher bereithalten! Ich habe jedenfalls eins gebraucht.

 

 

Sylvia Smuda
Wilde Wege
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Dies ist der zweite Band einer autobiografischen Roman-Trilogie. Den ersten Band "Bergweg" habe ich weiter unten rezensiert. Diese Fortsetzung hat nun nicht mehr Dora im Mittelpunkt, die Mutter der Verfasserin, sondern die Tochter. Sie erlebt den ersten Teil ihrer Kindheit in der "DDR", den frühenTod des geliebten Vaters, die Flucht in die Bundesrepublik und den sehr schweren Neuanfang dort und immer wieder schwere Konflikte und Zusammenstöße mit der Mutter, die für die Tochter schließlich sogar lebensbedrohlich werden. Dieser Band endet mit dem Versuch der Verfasserin, dem zu entfliehen, läßt den Ausgang jedoch offen. Ich fand diese Fortsetzung weniger interessant als den ersten Band. Lesenswert ist er jedoch auch, jedenfalls für Menschen, die sich für die Situation im gerade geteilten Deutschland und die von "DDR"-Flüchtlingen in der damaligen Zeit interessieren.

 

 



Ulrike Strätling
Als die Kaffeemühle streikte
Geschichten zum Vorlesen für Demenzkranke
Gießen / Basel: Brunnen 2012/5


Ulrike Strätling
Omas Kuchen ist der beste
Geschichten zum Vorlesen für Demenzkranke
Gießen / Basel: Brunnen 2012/2


Ulrike Strätling
Das schönste Lebkuchenhaus
Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen für Demenzkranke
Gießen / Basel: Brunnen 2012


Die gelernte Erzieherin hat viel Erfahrung in der Betreuung von Menschen, die an Alzheimer und ähnlichen Krankheiten leiden. Für sie hat sie diese drei Büchlein geschrieben bzw. für Mitarbeiter, die davon Betroffene betreuen. Das merkt man diesen Geschichten sehr positiv an. Sie sind kurz und in einfacher, leicht verständlicher Sprache geschrieben. Sie knüpfen an Erfahrungen in verschiedensten Lebensbereichen an und können so bei den Zuhörern Erinnerungen wachrufen und Gespräche auslösen. Ich habe selbst mehrmals erlebt, daß Demente, denen ich Geschichten vorlas, von denen ich wußte, daß sie gut zu ihnen paßten, dadurch aus ihrer Lethargie und Teilnahmslosigkeit herausgerissen wurden und sie zumindest teilweise wieder zum Sprechen brachten. Andere wiederum werden durch den Humor dieser Erzählungen angesprochen, angeregt und erfreut. Die Untertitel dieser Bücher, die ja von "Demenzkranken" reden, sollte man allerdings vor allem Betroffene im frühen Stadium möglichst nicht sehen lassen. Sie wollen ja meist noch nicht wahrhaben, daß sie an diesem Syndrom leiden. Davon abgesehen, kann ich aus reichhaltiger Praxiserfahrung diese Bücher für diesen Zweck warm empfehlen. Meinen Kollegen rate ich, sich bei jeder der Geschichten zu notieren, wann sie sie wem vorgelesen haben. Demente haben zwar nur ein kurzes Gedächtnis, aber gerade in den frühen Stadien würden sie eine zu baldige Wiederholung sehr wohl bemerken.

 

 


Peter Gethers
Klappohrkatze -
Wie ich vom Katzenhasser zum Dosenöffner wurde
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Katzen polarisieren: Die meisten Menschen lieben sie, oder sie können sie zumindest nicht leiden. Wenn Sie zur letztgenannten Bevölkerungsgruppe gehören, kann ich Sie nur beglückwünschen, denn Sie sind wenigstens vernünftig. Alle Katzen haben nämlich ein Rad ab, und das gilt genauso auch für die Leute, die sie mögen, denn sonst würden sie es nicht tun. Ich bin auch so ein hoffnungsloser Fall.

Wenn Sie zumindest in dieser Hinsicht alle Tassen im Schrank haben, sollten Sie dieses Buch nicht lesen. Denn entweder werden Sie es sehr bald kopfschüttelnd oder sogar augenrollend weglegen. Oder Sie werden vom Virus einer unheilbaren Krankheit befallen, die ich soeben "Felidäphilie" (Katzenliebe) getauft habe. Wollen Sie das wirklich riskieren?

Wenn Sie dagegen diese Seuche bereits infiziert hat, dann werden Sie Ihre helle Freude an dem Buch haben und oft beim Lesen heftig schmunzeln oder sogar laut lachen. Fast jeder menschliche Dosenöffner glaubt ja, daß "Seine" Katze (in Wirklichkeit besitzen nicht wir unsere Katze, sondern es ist umgekehrt!) etwas ganz Besonderes ist. Und er hat auch Recht damit, denn auf so gut wie jedes dieser Tiere trifft diese Beschreibung zu. Aber was uns der Verfasser über diesen kleinen Kater namens Norton erzählt, wird sogar ausgewiesene Katzenkenner in Erstaunen versetzen. Es beginnt schon damit, wie dieses Tier es bei der ersten Begegnung mit seinem Menschen schaffte, ihn, wie der Buchtitel schon andeutet, binnen Sekunden vom eingefleischten Katzenhasser zu einem verrückten Katzenfan zu machen. Und das war nur der Anfang einer wunderbaren Freundschaft mit jeder Menge überraschender und amüsanter Ereignisse ...

 



 

Antoinette van Heugten
Mutterliebst
Thriller
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Eine alleinerziehende New Yorker Anwältin sucht für ihren sehr auffällig psychisch gestörten Sohn nach der besten psychiatrischen Klinik der Vereinigten Staaten. Sie meint, bei der Maitland-Klinik in Iowa fündig geworden zu sein, und läßt Max dort einliefern. Um ganz sicher zu sein, daß ihm dort optimal geholfen wird, bleibt sie bei ihm. Seine Probleme verschlimmern sich dort aber nur noch, so sehr, daß schließlich ein Mord an einem Mitpatienten passiert. Und alles sieht danach aus, als sei Max der Täter. Danielle, seine Mutter, kann dies jedoch nicht glauben und setzt Himmel und Erde in Bewegung, um seine Unschuld zu beweisen. Dabei macht sie erstaunliche, höchst bestürzende Entdeckungen ...


Es ist wohl mehr als vier Jahrzehnte her, daß ich zuletzt eine Art Kriminalroman gelesen habe. Auch Fernseh-Krimis interessieren mich schon lange kaum noch. Aber dieses Buch hat mich von den ersten Seiten an in Beschlag genommen. Abgesehen von einigen wenigen handwerklichen Fehlern in der deutschen Übersetzung, habe ich die Lektüre echt genossen und kann es deshalb nur empfehlen.

Wie ich dazu gekommen bin, es zu lesen? Es wurde bei Amazon zum kostenlosen Download angeboten!

 

 


Sylvia Smuda
Bergweg
Amazon E-Book


Dies ist der erste Teil einer Roman-Trilogie. Er beschreibt aufgrund von Tagebuchaufzeichnungen der Mutter der Verfasserin die Zeit von den späten Dreißigerjahren, als sich ihre Eltern kennenlernten, bis 1950, als sie das Licht der Welt erblickte, also etwa 22 Jahre, die es in sich hatten! Es ist logischerweise aus der Sicht der Mutter geschrieben, wenn auch nicht in Ich-Form. Wie erlebte Dora ihre ersten Ehejahre, den Nationalsozialismus, den Krieg, der sie  - bis auf dessen rare und kurze Heimaturlaube - jahrelang von ihrem geliebten Mann trennte, was zu einschneidenden Veränderungen in ihrem Ergehen führte? Was empfand sie in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren in Bad Kösen in Sachsen in der Zeit der sowjetischen Besatzung und der Entstehung der "DDR"? Man merkt es diesem Roman an, daß Sylvia Smuda die Tagebücher ihrer Mutter mit tiefer Anteilnahme und großem Verständnis und Einfühlungsvermögen gelesen und deren Inhalte in die Romanform gegossen hat.

Ich bin eigentlich eher kein Romanleser; aber dieses Buch hat stark biographische Züge und vermittelt interessante Einblicke in die jüngere Geschichte Deutschlands, die so wechsel- und auch leidvoll war. Es ist spannend und kein bißchen langatmig geschrieben. Ich kann es deshalb interessierten Lesern warm empfehlen und bin gespannt auf die beiden Nachfolgebände.

 


 

Francine Rivers
So stark wie das Leben

Roman
Lahr: St. Johannis 2008/3


Eine sterbende amerikanische Kleinstadtgemeinde berief einen jungen, dynamischen, kreativen Pastor. Der schaffte es tatsächlich in kurzer Zeit, neues Leben und neue Leute in die Gemeinde zu bringen. Es entstand ein fantastisches Wachstum - die Mitgliederzahlen explodierten. Allerdings setzte der neue Pastor sich über alle Traditionen der Gemeinde hinweg, traf so gut wie alle Entscheidungen ohne Abspache mit dem Gemeindevorstand und sah es als gnädige Führung Gottes an, als die drei alten, bewährten Mitglieder der Gemeindeleitung nacheinander zurücktraten. Die Gottesdienste wurden immer "sucherorientierter", sprich: unter anderem wurden die Predigten kürzer und flacher - man konnte die Gemeindefremden doch nicht mit dem Evangelium vor den Kopf stoßen!


Schließlich gab es nur noch zwei Leute in der Gemeinde, die diese Entwicklung kritisch sahen: ein älterer Mann, der seit Jahren um Erweckung betete, und die Frau des Pastors. Doch er wollte auf keinen der beiden hören. Er merkte nicht, daß es ihm letztlich nicht darum ging, die Gemeinde Jesu zu bauen, sondern sein eigenes Denkmal. Und so schlidderten er und die Gemeinde immer mehr auf eine Katastrophe zu. Würde Gott sie verhindern?


Mehr verrate ich nicht über den Inhalt. Ich sage nur noch soviel: Weil das Buch so gut geschrieben ist und ich so viele Parallelen zu ebenso traurigen Entwicklungen auch bei uns in Deutschland sehe, habe ich diese 544 Seiten in zwei Tagen verschlungen. Deshalb ist es fast überflüssig, zu sagen, daß ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen kann.

 

 



Charlotte Hofmann-Hege
Heimkehr
Erzählung aus der Nachkriegszeit
Stuttgart: Quell 1987


Während des zweiten Weltkriegs entstand eine freundschaftliche Verbindung zwischen zwei Familien: die eine aus Berlin, die andere aus einem kleinen Dorf auf der schwäbischen Alb. Der Sohn der Familie aus der Hauptstadt, Wolfgang, studierte nach dem Krieg in Tübingen, erkrankte dann aber schwer an Tuberkulose. Die schwäbische Bauerntochter (Verfasserin dieser Erzählung), verliebte sich ihn ihn, ließ es sich aber von niemand anmerken. Intuitiv begriff sie, daß Wolfgang wegen seines Heimwehs nie gesund werden würde, wenn er nicht nach Berlin zurückkehren würde. Aber das war in den Nachkriegswirren ein anstrengendes und nicht ganz ungefährliches Unternehmen, bei dem auch unzählige bürokratische Hindernisse überwunden werden mußten. Eines Nachts wurde ihr klar, daß sie Wolfgang nach Berlin begleiten mußte, weil er zu schwach war, um diese Reise allein auf sich zu nehmen. Also machte sie sich auf den Weg ...

 

 


Beverly Lewis
Die Erlösung der Sarah Cain

Marburg: Francke Buchhandlung GmbH 2003/2


Ich habe schon immer Leute bewundert, die konsequent ihren Glauben praktizieren, auch, wenn ich ihn nicht in allen Punkten teilen kann (mit Ausnahme der islamistischen Terroristen). Diese Buch ist die Tür in eine echt christliche, aber dennoch fremde Welt: die der Amischen. Sie leben hauptsächlich in Lancaster County in Pennsylvania (USA), getrennt von den "Englischen", wie sie ihre amerikanischen Landsleute nennen. Sie fahren noch heute Kutschen statt Autos und leben auch sonst nach strengen Regeln, die uns hinterwälderisch und antiquiert vorkommen. Aber wer dieses Buch liest, der entwickelt eine große Sympathie für ihre einfache Lebensweise und die Echtheit ihrer Liebe zu Jesus. Ganz abgesehen von der spannenden Handlung des Buches, über die ich nichts verraten möchte. Aber ich kann es sehr empfehlen.

 


 

Barbara Seuffert
Fröhlich soll die Pfarrfrau springen

Stuttgart: Christliches Verlagshaus 2000


"Humor ist, wenn man trotzdem lacht" - so lautet ein Sprichwort. Ich möchte das etwas abwandeln: Humor ist, wenn man über sich selbst lacht. Die Verfasserin dieses Büchleins tut das offensichtlich gerne und oft. Sie berichtet darin über ihren Alltag als Pfarrersfrau im Odenwald, als Mutter von vier lebhaften und originellen Kindern und als Lehrerin. Da begegnen wir einem Engel im Krippenspiel, der im breitesten Odenwälder Hessisch so laut von der Empore "Förschtet eusch nischt" ruft, daß sich alle Gottesdienstbesucher furchtbar erschrecken. Oder der kleinen Tochter, die in der Johannisnacht hofft, von dem Mann zu träumen, den sie einmal heiraten wird, und furchtbar enttäuscht wird. Und wir erleben viele Mißgeschicke der Pfarrfrau mit, die in uns eine ganz unchristliche, aber herzerfrischende Schadenfreude hervorrufen ...

 

 


Wenn Sie obiges Büchlein gelesen, nein, verschlungen haben, dann haben Sie Blut geleckt und wollen mehr davon. Bitteschön:

 

Barbara Seuffert
Wohlauf in Gottes schöne Welt

Stuttgart: Christliches Verlagshaus 2001


Die sechsköpfige Pfarrersfamilie ist inzwischen nach Wiesbaden-Schierstein umgezogen, aber das ist gar nicht so wichtig, denn dort treffen wir sie in diesem zweiten Büchlein gar nicht an. Statt dessen begleiten wir sie in den Urlaub: nach Schweden, nach Österreich, nach Rom, nach Portugal ... Und überall erleben wir mit ihnen Erheiterndes. Wir lernen, was mikrulla ist, wie gefährlich die Pfetze-Gretn ist, was ein kleines Mädchen mit ein paar Blaubeeren zustandebringt, was das portugiesische Wort marmelada bedeutet ... Und es gibt wieder viel zum Schmunzeln und manchmal auch zum lauten Lachen. Die ideale Urlaubslektüre, nur leider viel zu kurz!