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Thema "Gemeinde"


Erwin Lutzer:
Ideale Gemeinde sucht perfekten Pastor
Gießen: Brunnen 2003

Damit kein Mißverständnis entsteht: Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Aber wäre ich Deutschlehrer, dann würde ich ihm wohl das Prädikat "weitgehend Thema verfehlt" geben. Aber erstens bin ich kein Deutschlehrer, und zweitens würde man damit dem Verfasser Unrecht tun. Der kann ja nichts für den deutschen Titel. Der hat zumindest bei mir die Erwartung geweckt, daß es um die Probleme geht, die in Gemeinden dadurch enstehen, daß Pastoren und Gemeinden ihre Unvollkommenheit zu wenig ernstnehmen. Das wird zwar auch behandelt, aber es ist nur ein Teilaspekt. Nein, der in den USA bekannte Hauptpastor der Moody-Gemeinde in Chicago, der zahlreiche Bücher geschrieben hat und gefragter Redner auf Konferenzen und im Radio ist, gibt vor allem Pastoren eine Menge guter neuer Perspektiven für ihren Dienst und praktische, konkrete Ratschläge. Deshalb lautet die Übersetzung des Originaltitels: "Von Pastor zur Pastor - Probleme des Dienstes bewältigen". Das erschien dem deutschen Herausgeber wohl nicht interessant genug - daher der originelle, aber etwas irreführende deutsche Titel.

Ich will nur einen der vielen hilfreichen Punkte dieses Buches exemplarisch herausgreifen: Lutzer macht Pastoren Mut, in ihrem Dienst und vor allem in ihrer Verkündigung gegen den Strom des Zeitgeistes zu schwimmen und die Gemeindeglieder wieder wegzubringen von der neoevangelikalen anthropozentrischen Theologie, in der der Mensch im MIttelpunkt steht, was völlig unbiblisch ist. Wir sollen das Denken unserer Predigthörer wieder auf Gott ausrichten: Es geht nicht in erster Linie darum, daß es uns gutgeht, sondern darum, daß Gott geehrt wird. Nur auf dieser Grundlage haben wir der Welt wieder etwas zu sagen.

Ich empfehle dieses Buch allen Pastoren, Gemeindeleitern, Mitgliedern von Gemeindeleitungen, aber auch jedem Gemeindeglied, das seinen Pastor besser verstehen und mittragen möchte.

 

 

Wolfgang Dünnebeil:
Wenn die Herde den Hirten jagt ...
Für ein harmonisches Miteinander von Pastor und Gemeinde
Gießen: Brunnen 2004

Dieses Büchlein sollte Pflichtlektüre sein für jeden Theologiestudenten, jeden Pastor, jeden Gemeindeleiter, jeden Gemeindeältesten, ja, eigentlich auch für jedes Gemeindeglied. Wenn sie alle das beachten und praktizieren würden, was der pensionierte Pastor Wolfgang Dünnebeil auf der Grundlage des Wortes Gottes und aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen hier zusammengestellt hat, dann würde sich das sehr segensreich auswirken auf unsere Gemeinden, Mitarbeiter, Leiter und Pastoren. Der Autor hat dreizehn Jahre lang als Bundessekretär der Freien Evangelischen Gemeinden vor allem die vierhundert Pastoren seiner Denomination betreut. Deshalb ist sein Buch konkret, praktisch und reich an Beispielen aus der Praxis.

Er beschreibt viele Probleme, die es zwischen Pastoren und Gemeinden gibt. Er geht dann auf die Ursachen dieser Schwierigkeiten ein, nennt Folgen und zeigt schließlich Auswege auf.

Nicht zustimmen kann ich allerdings zu diesem Satz: "Und die Herde wird sich nicht gegen den Hirten  wenden, wenn sie gut versorgt wird" (Seite 12). Gerade in den letzten Jahren ist das leider in verschiedenen Gemeinden doch geschehen. Aber diese Entwicklung konnte Wolfgang Dünnebeil vielleicht noch nicht so feststellen, als er dieses Buch verfaßte.

Im Kapitel "Sachgerecht umgehen mit pastoralen Begabungen" (Seite 32 - 33) geht er auf das Problem ein, daß ein Pastor manchmal eine bestimmte, für die Gemeindearbeit wichtige, Gabe nicht hat. Als Beispiel nennt er die Fähigkeit, Neubekehrte zu begleiten und weiterzuführen. Eine Lösung dieses Problems liefert der Autor leider nicht. Sie kann m.E. nur darin liegen, daß Gemeindeglieder, die diese Gaben haben, diesen Mangel ausfüllen. Schließlich kann auch der beste Pastor nicht alle Gaben haben.

Das ändert aber nichts daran, daß das Buch, wie gesagt, insgesamt sehr empfehlenswert und hilfreich ist.

 

 

Don Baker:
Vergeben und vergessen?
Die heilende Wirkung von Gemeindezucht - ein Fallbeispiel

Basel / Gießen: Brunnen 1989

Was tun, wenn ein Christ bewußt und anhaltend gegen eindeutige biblische Gebote verstößt? In evangelikalen Gemeinden gibt es heute hauptsächlich zwei extreme, gegensätzliche Reaktionen auf darauf: Meistens geschieht gar nichts. Man meint, jeder müsse selbst wissen, was er tut. Damit verweigert man aber dem Betreffenden die seelsorgerliche Hilfe, die er jetzt braucht. Das andere Extrem ist, daß man überreagiert und lieblos und übertrieben hart vorgeht und letztlich nicht zurechtbringen, sondern bestrafen will.

Dieses Buch ist ein Beispiel dafür, wie man es richtig macht. Und es ist ein Beweis dafür, daß das, was man leider immer noch "Gemeindezucht" nennt, gelingen kann zum Wohl des Sünders und seiner Gemeinde.

Erinnert sei an dieser Stelle auch an mein eigenes Buch zu diesem Thema: "Den Bruder und die Schwester gewinnen".

 

 

Edin Løvås
Wölfe in Schafspelzen - Machtmenschen in der Gemeinde

Moers: Brendow 1997/3

Sie leben unter uns. Sie sind kaum zu erkennen, und gerade das macht sie ungemein gefährlich. Machtmenschen herrschen nicht nur über das Leben anderer Christen, sie zerstören es sogar.

Wie geschickt sie im Verborgenen  ihre Fäden ziehen und wie sie dabei entlarvt werden können, beschreibt der Verfasser aus eigener Erfahrung. Es geht ihm nicht darum, Leiter oder Führungspersönlichkeiten in christlichen Gemeinden an den Pranger zu stellen, aber er weist deutlich auf die offenen Wunden hin, die durch Machtmenschen verursacht werden. Viele Beispiele aus dem Gemeindealltag untermauern die Argumente des Autor und geben konkrete Hilfe.

Treffender als mit dem "Klappentext" dieses Buches kann man seinen Inhalt und sein Anliegen kaum beschreiben. Schade, daß es anscheinend nicht allzu viel Verbreitung gefunden hat. Aus leidvoller eigener Erfahrung kann ich dieses Buch nur warm empfehlen.

 

 

Volker und Martina Kessler
Die Machtfalle - Machtmenschen in der Gemeinde

Gießen / Basel 2001

Vor ein paar Jahren hörte ich im Rahmen einer Tagung Referate von Volker Kessler über dieses Thema auf der Grundlage dieses Buches. Immer wieder dachte ich: Woher kennt der meine Situation so genau? Dann ließ er alle Zuhörer einen einfachen Test machen: Wir teilten uns in Zweiergruppen. Der eine mußte seine rechte Hand senkrecht nach vorne strecken, und der andere mußte mit seiner Nase immer an der Handfläche bleiben, egal, welche Bewegungen die Hand machte. Dann wurden die Rollen getauscht, und wir wurden gefragt, welche Empfindungen wir hatten als derjenige, der einen anderen Menschen nach Herzenslust dirigieren konnte. Ein guter Test zur Selbsterkenntnis, ob man ein Machtmensch ist oder Anlagen dazu hat. Ich war sehr froh, nichts davon bei mir zu entdecken!

Dieses Buch ist noch praktischer als das ersterwähnte zu diesem Thema und deshalb genauso empfehlenswert. Ich zitiere ein paar prägnante Sätze:

  • Ein wirklicher Machtmensch wird auch nach Ausscheiden aus dem Leitungskreis versuchen, die Gemeinde zu manipulieren. (Seite 29)

  • Es kann auch sein, daß dem Machtmenschen gar nicht bewußt ist, daß er die Unwahrheit sagt. Aufgrund seiner selektiven Wahrnehmung hält er seine Aussagen tatsächlich für die Wahrheit. (Seite 32)

  • Trifft jemand kontinuierlich Entscheidungen im Sinne eines unrechtmäßigen Machtgebrauchs, durchläuft seine Persönlichkeit eine Entwicklung, an deren Ende die Machtsucht steht. (Seite 36)

  • Machtmenschen haben nur deshalb eine Chance, weil andere so prima mitspielen. (Seite 41)

Besonders ermutigend ist das Zeugnis einer gläubigen Frau, die sich als Machtmensch erkannt hat und durch Gottes Gnade positive Veränderungen erleben durfte.