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Meine Antworten

 

Ist es biblisch, christliche Versammlungsgebäude "Bethaus" zu nennen?

Ich wurde gefragt:

In dem Buch "Den Bruder und die Schwester gewinnen" schreiben Sie auf Seite 20, dass es im neuen Bund keine sakralen Gebäude mehr gibt, weil die Gemeinde der "Tempel Gottes" ist.

Das verstehe ich auch so. Ich kenne aber einige Gemeinden, die das Gemeindehaus "Bethaus" nennen. (Wohl aufgrund der Aussage Jesu in Mt. 21,13 sowie Markus 11,17 und Lukas 19,46) Diese Bethäuser werden auch nach Fertigstellung eingeweiht, bzw. Gott geweiht. Man spricht dann auch von "dein Haus" bzw. betet z.Bsp. "Danke, dass wir in dein Haus kommen durften" und meint dieses Gebäude. Folglich wird auch viel Energie und viele Geldmittel eingesetzt um Bethäuser zu errichten und zu pflegen.

Nun meine Fragen:

1. Sollte man die Bezeichnung Bethaus in den genannten Bibelstellen auf neutestamentliche Versammlungsräume beziehen?

2. Ist die Gemeinde neutestamentlich das einzige "Haus Gottes" wo Gott wohnt?

3. Sollte ein Haus geweiht werden?

Ich zitiere aus meiner Antwort:

          1. Die Bezeichnung „Bethaus“ bezieht sich in den angegebenen Bibelstellen eindeutig auf den Tempel. Deshalb sind sie keine biblische Grundlage dafür, Gebäude, in denen Gläubige sich zum Gottesdienst und für ähnliche Veranstaltungen versammeln, „Bethäuser“ zu nennen. Ich halte das auch aus zwei weiteren Gründen für nicht gut: Erstens dienen diese Häuser ja nicht nur dem Gebet, so daß dieser Ausdruck eigentlich irreführend ist; und zweitens wirkt dieser Name auf Außenstehende sehr antiquiert und fast sektiererisch.

        2. Diese Frage muß wohl bejaht werden. Zumindest ist mir keine Aussage des Neuen Testaments bekannt, nach der es im Neuen Bund noch andere „Häuser Gottes“ gibt, in denen Er wohnt.

        3. Ja, ich finde es richtig, daß Gemeindehäuser geweiht werden in dem Sinne, daß sie Gott zur Verfügung gestellt werden. Sie werden damit aber nicht zu einem sakralen Gebäude, in dem als solchem Gott wohnt, in dem nur leise gesprochen werden darf, in dem Kinder nicht toben dürfen usw. Gott wohnt in ihnen nur dann, wenn sich Gläubige darin aufhalten. Wenn uns dieser Unterschied klar ist, dann dürfen wir es auch „Gottes Haus“ nennen. Natürlich muß es auch – aus rein praktischen Gründen – gepflegt werden. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn es später verkauft wird und der Käufer es für „weltliche“ Zwecke nutzt. Das Haus ist nicht heilig; es wird nur geheiligt durch die Art, wie es genutzt wird.

 

 

Ist Haarefärben Sünde?

Ein Besucher dieser Seite fragte:

Ich bin dabei, das Buch "Den Bruder und die Schwester gewinnen" zu lesen. Möchte Ihnen auch von einer aktuellen Diskussion innerhalb unserer Gemeinde ... schreiben. Es ist derzeit aktuell, dass wenige Frauen im Alter zwischen 40 - 60 ein Tönungsmittel einsetzen, um graues Haar nicht sichtbar werden zu lassen. Das wiederrum halten andere für nicht richtig und haben Bedenken, dass Jugendliche dadurch angeregt werden auch z.Bsp. Schminke zu verwenden. Ich persönlich halte es (aus mehreren Gründen) nicht für sinnvoll das zu tun. Ich frage mich aber, ob man diese Entscheidung jedem persönlich überlässt und es eine Frage des persönlichen Gewissens ist? Gemeindezucht sollte aufgrund von "Sünde", die nicht gelassen wird, praktiziert werden. Aber ich frage mich, ob man hier von Sünde sprechen kann?

Ich habe darauf geantwortet:

Vielen Dank, daß Sei sich mit dieser Frage vertrauensvoll an mich wenden.

Zunächst einmal finde ich es begrüßenswert, daß „Gemeindezucht“ in Ihrer Gemeinde überhaupt ein Thema ist. Es greift ja immer mehr die Unsitte um sich, daß jeder tun und lassen kann, was er will, und die Gemeindeverantwortlichen tolerieren es.

Ich freue mich auch über Ihr meines Erachtens geistlich gesundes Empfinden dafür, daß es sich bei dem Problem in Ihrer Gemeinde nicht wirklich um Sünde handelt. Das sehe ich auch so. Natürlich werden wir in Römer 12, 2 dazu aufgefordert, uns nicht an die Welt anzupassen, sondern uns verändern zu lassen durch die Erneuerung unseres Denkens. Aber was ist damit konkret gemeint? Das erläutert Paulus in den darauffolgenden Versen: Jeder Christ soll am Leib Jesu den Platz einnehmen, den Gott ihm gemäß seiner Gaben zugewiesen hat (V. 3 – 8). Und V. 9 – 21 enthält eine Menge praktischer Anweisungen, die sich größtenteils mit unserer Einstellung und unserem Verhalten untereinander und gegenüber Außenstehenden befassen. Von Mode und Schminken steht da nichts, obwohl es das damals auch schon gab. Das bedeutet nicht, daß es auf diesem Gebiet keine biblischen Maßstäbe gibt. Es darf nicht sein, daß eine gläubige Frau sich so schamlos kleidet, daß gläubige Männer bei ihrem Anblick Anfechtungen bekommen (Matthäus 5, 28). Eine Glaubensschwester, die schon beim Herrn ist, hat einmal gesagt: Eine gläubige Frau sollte so gekleidet sein, daß man sich, nachdem man ihr begegnet ist, später nicht mehr daran erinnert, was sie getragen hat. Diese Prinzipien kann man meines Erachtens auch auf das Schminken übertragen.

Zum Haarefärben: Ich finde auch, daß Männer und Frauen ihre grauen Haare in Würde tragen und sie nicht färben sollten. Wer das nicht will oder kann, hat vielleicht ein Problem mit dem Älterwerden. Das liegt aber auch an unserer westlichen Unkultur, die die Jugend vergöttert und das Alter verachtet. Aber Sünde kann ich im Haarefärben nicht erkennen.

Das Problem liegt darin, daß gerade traditionelle Gemeinden oft Schwierigkeiten haben, zwischen Traditionen bzw. persönlichem Empfinden und biblischen Maßstäben zu unterscheiden. Ich habe immer wieder Folgendes beobachtet: Bei Menschen, die ihr Christsein sehr ernst nehmen, merkt der Teufel bald, daß es ihm kaum gelingen wird, sie von der Nachfolge Jesu abzuhalten. Dann gibt er ihnen einen kleinen Schubs, und sie schießen über das Ziel hinaus, indem sie extrem oder gesetzlich werden. Genau das geschieht, wenn ich (unbewußt) meine, den schmalen Weg der Nachfolge noch schmaler machen zu müssen. Dann füge ich der Bibel Gebote hinzu, wovor sie aber eindringlich warnt (Offenbarung 22, 18).

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben. Wenn Sie zusätzliche Fragen haben, dann will ich gerne versuchen, auch sie zu beantworten.

Diese Antwort hat der Leser als hilfreich empfunden.

 

 

 

Zugang zum Grundtext der Bibel ohne Hebräisch- und Griechischkenntnisse?

Einem regelmäßigen Leser meiner Andachten ist aufgefallen, daß ich manchmal darauf hinweise, daß ein bestimmtes hebräisches oder griechisches Wort im Grundtext der Bibel unterschiedlich übersetzt werden kann. Deshalb fragte er mich, ob und, wenn ja, wie man auch als Laie solche Informationen bekommen kann. Daraus enstand ein lebhafter E-Mail-Wechsel, in dessen Verlauf wir miteinander mehrere Antworten auf diese Frage erarbeitet haben. Die Ergebnisse sind diese:

1) Jedes Wort kann in einer anderen Sprache im Prinzip mit mehreren verschiedenen Wörtern wiedergegeben werden. Das zeigt ein Blick in ein beliebiges Wörterbuch. Welches davon das Passendste ist, das muß der Übersetzer entscheiden, vor allem anhand des Zusammenhangs, in dem der Ausdruck gebraucht wird.

2) Ein hebräisch-deutsches oder griechisch-deutsches Wörterbuch nützt ohne Kenntnis dieser Sprachen nichts; das scheitert schon an den Schriftzeichen, die ganz anders sind als unsere. Deshalb benötigt man spezielle Hilfsmittel.

3) Sehr gut geeignet ist dazu das PC-Programm e-sword (mehr dazu hier). Dafür gibt es die alte englische King-James-Übersetzung in einer speziellen Version: Jedes Wort ist mit einer Nummer versehen, die mit einem entsprechenden Eintrag in einem Wörterbuch verbunden ist. Hält man den Mauszeiger auf eine solche Nummer, dann wird der Wörterbuch-Eintrag angezeigt. Das ist sehr komfortabel. Und das Programm kostet nichts! Der Nachteil ist nur, daß gerade diese Funktion gute Englischkenntnisse voraussetzt, weil der Bibeltext und auch das Wörterbuch englisch sind.

4) Eine ähnliche Funktion hat aber ebenfalls das deutsche Bibel-Programm Bible Workshop (mehr dazu hier), und das schon in der "Grundausstattung". Es erfordert keine Englischkenntnisse. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: Es funktioniert wesentlich unkomfortabler und nur im Neuen Testament.

5) Ein gutes Instrument für diesen Zweck scheint die Elberfelder Studienbibel zu sein, die der Fragesteller erwähnte. Ich zitiere aus einer Beschreibung dieses Werkes:

    Mit dieser einbändigen Studienbibel ... können Übersetzungsvarianten der biblischen Grundsprachen erschlossen werden. Zu den wichtigen Wörtern des Textes wird die vollständige Bedeutung angegeben. Ein Nummernsystem führt zu den Grundwörtern im hebräischen und griechischen Wörterbuch im Anhang.
     

Elberfelder Studienbibel: Mit Sprachschlüssel und Handkonkordanz

6) Hilfreich könnte auch dieses Wörterbuch sein. Ich kenne es nicht, aber die Beschreibung des Verlages liest sich vielversprechend. Es kostet 40 €.