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Seelsorge / Psychologie



Richard Straube
Hilfen für okkult Belastete
Herborn: Leuchtturm-Verlag 2010

Nachdem ich meine Besprechung der Biografie von Richard und Brigitte Straube hier veröffentlich hatte, habe ich das Help Center per E-Mail darauf hingewiesen. Die leitete man dort an Straubes weiter. Herr Straube fragte mich daraufhin, obn ich bereit sei, auch ein weiteres Buch von ihm zu rezensieren. Das machte mich natürlich neugierig. Auch von diesem Werk bin ich sehr angetan, da es für Betroffene und Seelsorger wirklich äußerst hilfreich sein kann. Es ist leicht verständlich und praxisbezogen geschrieben. Es bindet den Hilfesuchenden nicht an den Seelsorger, sondern an den Herrn Jesus.

Ich bin nicht überall hundertprozentig mit seiner Bibelauslegung einverstanden, aber das tut dem Wert des Buches absolut keinen Abbruch - vielleicht bin ich es ja, der sich an diesen Stellen irrt!

Jeder Seelsorger sollte dieses Büchlein lesen und verinnerlichen und befolgen - und keine Angst haben, okkult Belasteten oder gar Besessenen zu dienen und sie auf der Grundlage des Todes und der Auferstehung Jesu von diesen Bindungen zu befreien. Jesus ist Sieger, und als Seine Kinder dürfen wir an diesem Sieg teilhaben, obwohl wir selbst den satanischen Mächten nichts entgegenzusetzen haben. Aber wir dürfen die Autorität unseres Herrn in Anspruch nehmen, damit Gebundene frei werden. Ist das nicht wunderbar?

 

 

 

Merle Leonhardt
Als meine Seele dunkel wurde -
Geschichte einer Depression

München: Deutscher Taschenbuchverlag 2011

Dieses autobiografische Werk beschreibt, wie der Titel schon andeutet, die Geschichte der Depression der Verfasserin. Es ist zumindest nach meinem Empfinden eine extreme Form. In den schlimmsten Zeiten versuchte sie nicht nur, sich das Leben zu nehmen, sondern fügte sich selbst auch Verletzungen zu. Es begann damit, daß sie nach dem Ende ihres Psychologiestudiums mit einer Freundin in einem Straßencafé saß und feierte. Und plötzlich wurde ihre Seele dunkel - es war, als würde eine schwarze Wolke sich über sie legen, ohne, daß sie wußte, was das war und warum das geschah. Sie verbrachte viel Zeit in psychiatrischen Kliniken. Das und gute Medikamente brachten vorübergehende Linderung ihrer psychischen Probleme. Aber die Heilung kam erst durch eine gute Psychotherapie, in der sie sich - nach langem und heftigem Widerstreben - endlich den biografischen Ursachen ihrer Depression stellte und sich damit auseinandersetzte.

Die Verfasserin ist selbst Psychotherapeutin. Sie schreibt sehr unterhaltsam, ehrlich-authentisch, selbstkritisch, humorvoll und teilweise selbstironisch, aber nie zynisch. Ich kann dieses Buch warm empfehlen. Es hat mir neue Erkenntnisse über meine eigene Depression gebracht. Ich möchte es aber auch Menschen ans Herz legen, die nicht davon betroffen sind. Es kann helfen, Depressive besser zu verstehen und zu begleiten und zu tragen.

Übrigens ist dieses Buch meines Erachtens eine zumindest empirische Widerlegung der These mancher konservativer Evangelikaler, die jede Form der Psychotherapie ablehnen, weil sie angeblich wirkungslos ist.

 

 

Manfred Lütz
Irre! Wir behandeln die Falschen
Unser Problem sind die Normalen
Eine heitere Seelenkunde

Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2009/12

Aus einem Grundkurs über biblisch-therapeutische Seelsorge nahm ich vor Jahren unter anderem folgende Erkenntnis mit: Wir haben alle einen Sprung in der Schüssel; allerdings sind sie verschieden groß, und es kommt darauf an, wie gut wir und unsere Umgebung damit zurechtkommen. Das ist eine demütigende, aber realistische Erkenntnis. Die findet man auch in diesem Buch wieder. Der Verfasser ist Psychiater und Leiter einer solchen Klinik in Köln.

Er weist nach, daß z.B. Adolf Hitler nicht verrückt war, sondern erschreckend normal. Andernfalls hätte man ihn heilen können. Ebenso belegt er mit zahlreichen Beispielen, wie verrückt wir Normalen oft sind. Um nur eins herauszugreifen:

"Niemand würde in bestimmten Gegenden der Türkei einen Vater psychiatrisch behandeln, der seine Tochter zwangsverheiratet, sie tötet, wenn sie dem zuwiderhandelt, sich selber aber einige männliche Ausnahmen von der ehelichen Treue gestattet." (Seite 11)

Wie scharf er analysiert, aber mit einer humorvollen Leichtigkeit, das zeigt dieser Satz:

"Normopathen nennt man mit leicher Ironie Menschen, die so wahnsinnig normal sind, daß es wehtut." (Seite 12)

Er stellt die verschiedenen Psychotherapien dar, aber auch die unterschiedlichen psychischen Krankheiten, und das auf leicht verständliche Weise. Er weist dabei darauf hin, daß jeder psychisch Kranke auch seine Stärken und fast jeder auch seine liebenswürdige Seite hat, so daß diese Menschen sogar eine Bereicherung für ihre Umgebung sein können.

Alles in allem ist dies ein sehr interessantes, lehrreiches und trotzdem auch unterhaltsames Buch, das ich warm empfehlen kann.

 

 

Samuel Pfeifer und Hansjörg Bräumer
Die zerrissene Seele

Borderline-Störungen und Seelsorge
R. Brockhaus Verlag Wuppertal 1997
ISBN 3-417-11109-9

Bei dieser psychischen Störung handelt es sich um einen extremen, unreifen Abwehrmechanismus, der von traumatischen Erfahrungen (meist in der Kindheit) ausgelöst wird. Es ist eine massive seelische Instabilität vor allem der zwischenmenschlichen Beziehungen, des Selbstbildes und der Gefühle der Patienten, deren Emotionen innerhalb kürzester Zeit von einem Extrem ins andere fallen können. Die seelsorgerliche und therapeutische Betreuung ist äußerst schwierig und belastend.

Diese Thematik geht uns alle an, denn immerhin leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung unter dieser Störung; außerdem lassen gewisse Symptome oftmals gläubige Patienten und Seelsorger zu dem (in diesem Fall irrigen) Schluß kommen, die Ursache liege im okkulten Bereich.

Dieses von einem Arzt und einem Theologen verfaßte Buch will vor allem helfen, Betroffene besser zu verstehen und zu begleiten. Das Krankheitsbild wird umfassend, anschaulich und (trotz mancher nicht erklärter Fachausdrücke) insgesamt allgemeinverständlich dargestellt, und es werden praktische Hilfen für Seelsorge und Therapie gegeben. Auch auf die biblisch-theologischen Aspekte wird eingegangen, leider zu kurz und teilweise etwas oberflächlich.

Dennoch ist dieses Buch jedem Seelsorger sehr zu empfehlen. Allerdings kann der Nichtfachmann die ärztliche Therapie unter bestimmten Bedingungen zwar hilfreich begleiten, aber niemals ersetzen.

Das Buch ist inzwischen neu aufgelegt worden. Meine Beurteilung bezieht sich auf die erste Auflage.